DSL-Alternativen bieten sich mit Kabel, Satellit und UMTS-HSPA
Als sich das erste Jahrzehnt im neuen Jahrtausend zu Ende neigte,
gab es immer noch erhebliche Versorgungslücken in der deutschen
DSL-Landschaft. Immer noch klagten viele Bundesbürger über
eine mangelhafte Breitband-Internet-Versorgung.
Vorwiegend betroffen waren die Haushalte in ländlichen Regionen,
aber auch große Bereiche in den neuen Bundesländern und
hier speziell Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
In vielen Regionen hatten die Haushalte lediglich die Möglichkeit,
über eine ISDN-Verbindung ins Internet zu gehen, und ISDN-Verbindungen
sind im Verhältnis zu DSL teuer, sehr teuer. Anders gesagt,
die DSL
Provider lassen sich das ISDN-Internet von den Kunden sehr teuer
bezahlen und schöpfen somit immer noch unverhältnismäßig
hohe Gewinne ab.
Aber der Kunde braucht nicht unbedingt auf ISDN zurückzugreifen,
selbst wenn er in der abgelegensten Region Deutschlands wohnt; es
gibt Alternativen.
Geht man einmal von der regulären Breitband-Versorgung aus,
so wäre als erste Alternative das Kabelnetz der Kabel-Provider
(Kabel-Deutschland, Kabel BW und Unitymedia) zu nennen. Diese Netze
sind bundesweit verfügbar, sind erheblich moderner als die
DSL-Netze und bieten somit auch erheblich höhere Geschwindigkeiten,
bei ähnlichen Kosten aus den DSL-Paketen (siehe hierzu DSL-Anbieter im Vergleich). Während die DSL-Provider heute Standard-Pakete
mit Geschwindigkeiten von zwischen 6 und 16 MBit/s anbieten, liegen
die Standard-Pakete bei den Kabel-Providern bei zwischen 6 und 32
MBit/s.
Wohnen Sie in einer Region, die tatsächlich noch nicht mit
DSL oder Breitband-Kabel versorgt wird, brauchen Sie dennoch nicht
auf Breitband-Internet zu verzichten. Auf jeden Fall verfügbar
wäre Internet über Satellit. Hierbei war es in der Vergangenheit
überwiegend so, dass die Anfragen ins Internet (Upload) über
die Analoge oder auch ISDN-Telfonverbindung lief und nur die Antworten
(Download) über Satellit realisiert wurde. Die heutigen Angebote
werden zumeist ausschließlich über Satellit realisiert;
die Paket-Preise sind (in den Grundtarifen) geringfügig teurer
als beispielsweise über DSL. Allerdings sind die Einstandskosten
für Satellit erheblich teurer, denn zum Empfang der Daten muss
eine Satellitenschüssel eingekauft werden, die dann zumeist
noch von den Technikern des Anbieters eingemessen wird. Je nach
Verbindung und Paket kann man sich so auf einmalige Kosten in Höhe
von 1.000 Euro und höher einstellen.
Eine weitere DSL-Alternative wären heute tatsächlich
auch die mobilen Datennetze der Mobilfunkanbieter. Über GSM-EDGE
haben Sie beispielsweise eine Maximalgeschwindigkeit von zwischen
220 und 280 KBit/s (immerhin schneller als ISDN) oder über
das reine UMTS-Netz Geschwindigkeiten von bis zu 384 KBit/s. Alle
vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber sind allerdings dabei, ihr
UMTS auf die Tuner-Technik HSPA aufzurüsten. T-Mobile und Vodafone
bieten heute bereits HSDPA-Geschwindigkeiten von bis zu 14,4 MBit/s
(Standard ist allerdings 7,2 MBit/s). Auch das O2-Netz bietet flächendeckend
(für das vorhandene UMTS-Netz) HSDPA, hier dann flächendeckend
eine Geschwindigkeit von bis zu 3,6 MBit/s. Lediglich E-Plus hinkt
mit der HSPA-Aufrüstung etwas nach. E-Plus ist erst im Jahre
2009 mit der Aufrüstung des UMTS-Netzes angefangen.